2.0

Transportablauf · Exporteur

VGM, SI und Cut-offs: den Ablauf vor Abfahrt planen

Trennen Sie Dokumentenfristen, bestätigte Masse und Terminaleingang von der geplanten Schiffsabfahrt.

Kalender, Uhr und Dokumente auf einem Exportplanungsschreibtisch.
Kalender, Uhr und Dokumente auf einem Exportplanungsschreibtisch. KI-generierte Illustration. Beispielszene.
Nach dem Lesen

Sie können Termine einer konkreten Buchung mit Zuständigkeit und Annahmenachweis versehen.

Es reicht nicht, den Container vor Schiffsabfahrt anzuliefern. Dokumentendaten, bestätigte Masse und physischer Terminaleingang können unterschiedliche Fristen haben. Exporteure benötigen einen gemeinsamen Plan mit Zuständigkeit, Uhrzeit und Annahmenachweis je Aufgabe.

Ein Cut-off ist die Frist einer bestimmten Tätigkeit, kein einheitliches Datum für die Sendung. Ausgangspunkt sind aktuelle Buchungsbestätigung sowie Reederei- und Terminalanweisungen. Übernehmen Sie keine Fristen der vorherigen Reise.

SI: Angaben für das Transportdokument

SI, Shipping Instructions, sind Verschiffungsinstruktionen zur Erstellung des Transportdokuments. Sammeln Sie vereinbarte Parteidaten, Warenbeschreibung, Packstücke, Gewichte, Container- und Plombennummern sowie weitere geforderte Angaben. Der Umfang variiert; dies ist keine vollständige Liste für jedes Land und Produkt.

Bestimmen Sie eine Person für den Abgleich mit Rechnung, Packliste und Käuferanforderungen. Empfängernamen lassen sich meist vor der Beladung abstimmen. Richtungsabhängige Manifestanforderungen können frühere Datenfristen verursachen.

Erfassen Sie die Annahme, nicht nur „SI gesendet“. Abgelehnte Nachricht, fehlendes Feld oder unbestätigte Korrektur lassen die Aufgabe offen.

VGM: Container samt Inhalt

VGM, Verified Gross Mass, ist die verifizierte Bruttomasse des gepackten Containers. Im Anwendungsbereich der SOLAS-Vorschriften zum Schutz menschlichen Lebens auf See ist der benannte Shipper für die Meldung verantwortlich. VGM ist weder Nettowarengewicht noch bloß Palettengewicht aus der Packliste.

Vereinbaren Sie die zulässige Methode: Wiegen des gepackten Containers oder zugelassenes Summieren der Bestandteile einschließlich Tara. Bestätigen Sie Dienstleister, Geräte oder Verfahren, Dokument und Meldekanal. Entscheidend ist nicht, welche Zahl sich bequem kopieren lässt.

Bei Änderung von Container oder Inhalt ist die Meldung zu prüfen. VGM muss zur tatsächlichen Einheit und Ladung passen. Im jeweiligen Regelungsbereich ist es eine Voraussetzung der Verladung, garantiert aber keinen Schiffsplatz.

Gate-in bleibt eine eigene Aufgabe

Bestätigen Sie Annahmeschluss und möglichen frühesten Anliefertermin des Terminals. Lkw-Abfahrt am Lager ist kein Terminaleingang. Planen Sie neben Fahrzeit auch Termine und mögliche Torbeschränkungen ein.

Übermitteln Sie dem Fahrer Terminal, Referenz und Anweisungen. Benennen Sie einen Kontakt, der Torprobleme vor Annahmeschluss löst. Bewahren Sie den Gate-Beleg auf und gleichen Sie ihn mit der Buchung ab.

Beispielplan

Das Beispiel ist fiktiv. D bezeichnet den geplanten Abfahrtstag. Alle Zeiten sind UTC, koordinierte Weltzeit. Reihenfolge und Abstände sind kein Reedereistandard.

ZeitpunktAufgabeZuständigkeit zuweisenNachweis
D−5Daten und Instruktionen prüfenExporteur mit KäuferFreigegebene Datenliste
D−4, 12:00 UTCSI angenommenEinreichende PersonAnnahmestatus
D−3, 10:00 UTCVGM angenommenShipper und DienstleisterBestätigung zur Containernummer
D−2, 16:00 UTCVollcontainer eingegangenLandtransport und TerminalGate-in-Ereignis
DGeplante AbfahrtReedereistatus verfolgenEreignisaktualisierung

Tragen Sie echte Daten und Zeitzonen aus der Bestätigung ein. Interne Fristen sollten Korrekturzeit vor externen Terminen lassen. Der Puffer hängt vom Ablauf und verfügbaren Personen ab, nicht von einer allgemeinen Stundenanzahl.

Nach einer Reiseänderung

Bestätigen Sie alle Fristen erneut. Eine spätere Abfahrt verschiebt SI-, VGM- oder Gate-in-Fristen nicht zwangsläufig. Prüfen Sie auch Annahmeort und die im Lager vorhandene Anweisungsversion.

Ist eine Frist gefährdet, nennen Sie offene Tätigkeit, zuständige Person und realistischen Abschluss. Lassen Sie spätere Annahme oder Ersatzplan ausdrücklich bestätigen. Eine Bitte um Verlängerung ist noch keine Genehmigung.

Abschlusskontrolle

  • Stimmen Termine mit Buchung, Reise und Terminal überein?
  • Hat jede Uhrzeit eine Zeitzone?
  • Sind SI und VGM angenommen?
  • Passt VGM zum aktuellen Container und Inhalt?
  • Kennt der Landtransport den Gate-in-Schluss?
  • Haben alle Beteiligten die Änderungen erhalten?

Bestätigen Sie Versandbereitschaft anhand erledigter Aufgaben. Ein einzelner grüner Status ersetzt die übrigen nicht.

Quellen und Geltungsbereich

Redaktionelle Angaben

Autor: WR

Veröffentlicht · Veröffentlicht: 13.9.2026 · Inhalt geändert: 13.9.2026